Korsika September 2019

In diesem Jahr konnten wir uns einfach nicht so entscheiden wohin es gehen soll, Albanien oder Pyrenäen, Biken in den Alpen oder etwas ganz anderes? Aufgrund der Wetter Prognose haben wir Donnerstags die Fähre nach Korsika gebucht und sind am Freitag mit den Velos nach Zürich um den telefonisch reservierten Bike Guide vom Rother Verlag im Buchladen abzuholen. Während ich am Samstag noch arbeitete hat Paul unsere sieben Sachen ins Auto geladen, somit kann es morgen ganz entspannt losgehen.

Es ist Sonntag morgen um neun, Zeit zum Aufstehen. Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir noch die Kleiderkisten, räumen den Inhalt des Kühlschrank in unsere Kühlbox und zum Schluss kommen die Velos noch auf den Heckträger und um elf fahren wir ganz entspannt los. Da die Axenstrasse immer noch gesperrt ist geht die Fahrt über Luzern Richtung Gotthard, direkt in den Stau. Nach einer guten halben Stunde Stop and go fahren wir endlich in den Tunnel. Nach einem etwas verspäteten Mittagessen in Bellinzona und Tanken vor Chiasso geht die Fahrt zügig nach Genua.

Im Hafen hat sich einiges geändert doch wir finden die richtige Anlagestelle und natürlich sind wir wie immer viel zu früh. Endlich kommt die Fähre und pünktlich legen wir ab. Unsere Kabine ist recht klein, mit Etagenbett, aber für eine Nacht kein Problem. Gute Nacht. 

Nach einer ruhigen Nacht werden wir schon um sechs geweckt. Zum Frühstück gibt es Rührei im Self-service Restaurant und kurz nach acht fahren wir in Bastia vom Schiff. Den ersten Stopp machen wir gleich beim Hafen im Casino Supermarkt, den zweiten auf dem Col de Teghime. Leider ist es heute sehr dunstig und man sieht nicht viel von der schönen Aussicht. 

Unser heutiges Ziel ist der Camping U Paradisu. Vor allem sind wir gespannt ob wir es mit dem Veloträger schaffen auf dieser schlechten 4x4 Stecke. Einige male wird es ganz schön knapp mit dem Überhang hinten, vor allem am Schluss bei der Wasserdurchfahrt und vor lauter Anspannung vergessen wir auch noch Bilder zu machen. Wir finden einen schönen Stellplatz  und setzen uns nach dem Mittagessen auf die Velos. Die Piste zum Strand von Lotu ist gut zu fahren und der Strand gut besucht. Auch wir geniessen die Abkühlung im Meer. Bei der Rückfahrt nehmen wir den falschen Abzweig und landen auf einer ziemlich versandeten Piste bei einem hübschen Restaurant. Eigentlich sind wir ganz froh um ein kaltes Getränk bei dieser Hitze. 

Die Desert des Agriates macht ihrem Namen alle Ehre, es ist in der Nacht noch so warm das wir bei offenen Autotüren schlafen, dass hatten wir noch nie. Trotzdem wollen wir die Gegend noch etwas mit den Bikes erkunden. Der Trampelpfad entlang der Küste ist doch noch zu schwer für mich und andere Wege finden wir nicht. Also fahren wir zum Mittagessen ins Restaurant von gestern und die Pizza schmeckt wunderbar. Gegen Abend will es Paul nochmals wissen und dreht noch eine längere Runde um den Platz. 

Wir beschliessen für die Rückfahrt in die Zivilisation den Veloträger und die beiden Velos ins Auto zu packen, dass ist nicht so einfach aber wir schaffen es. Schon kurz vor dem Mittag sind wir auf dem Campingplatz in Calvi und fädeln unsere Bikes wieder aus dem Auto. 

LNachdem Mittagessen fahren wir mit den Velos nach Calvi und weiter auf die La Revellata Halbinsel. Der Trail geht zuerst an der Küste entlang, mit schöner Sicht auf Calvi.

 

 

 

Leider ist die Strecke nicht immer so einfach zu fahren. Einige Passagen sind aber zu schwer für mich und ich muss immer wieder absteigen und schieben.

 

 

 

Die Buchten sind sehr steinig hier und auch ziemlich verschmutzt und laden nicht gerade zum Baden ein. Wir durchqueren auf einer guten Piste die Halbinsel und fahren dann wieder steil nach oben auf die Hauptstraße, puh das wäre geschafft. 


Doch ich habe mich zu früh gefreut, die Strecke schraubt sich weiter hinauf bis zur Kirche Notre Dame de la Serra. Es ist heute wieder ein heisser Tag und wir geniessen die kühle im Schatten der Steinmauer und die Aussicht auf die Stadt. Die Abfahrt hat es dann aber in sich. Nachdem Einkaufen fahren wir im Pinienhain am Strand entlang und am Schluss noch Velo schiebend durch den Sandstrand zurück zum Campingplatz. 

Die gestrige Tour war ziemlich anstrengend und auch die letzten Wochen mit vielen Überstunden hängen mir in den Knochen, ich brauche einen Ruhetag. Paul fährt die Tour 33 und bringt viele schöne Bilder mit. 

Zuerst fährt er der Küste entlang nach Algajola bevor die Steigung hinauf zum laut Reiseführer schönsten Dorf Korsika  beginnt. 

In Sant Antonino ist er zwar nicht allein, aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Die Aussicht ist toll und von jetzt geht es eigentlich nur noch bergab. 

Nach einer Pause bei einem schönen kühlen Brunnen fährt es sich besser. 

An der Küste ist es einfach zu heiss zum Velofahren, mal schauen wie es im Landesinneren so ist. Wir verlassen Calvi und fahren auf der D 81 nach Porto. Die Straße ist stellenweise sehr schmal und nicht alle wissen wie breit ihre Fahrzeuge sind, das braucht Zeit und vor allem Nerven. Der kleine SPAR Markt in Porto hat eine tolle Auswahl und wir füllen unsere Vorräte wieder auf. Nun folgen wir der D 84 ins Aitone Tal, landschaftlich sehr schön. 

Wir parkieren das Auto in der Nähe des Forsthaus Aitone und fahren auf der Passstrasse Richtung  Col de Vergio. Nach etwa 2 Km und rund 100 Hm verlassen wir die Asphaltstrasse und fahren auf steinigen Forstwegen durch den Wald eine Serpentine nach der anderen den Berg hoch. 

Puh, ist das anstrengend. Ich verzichte auf die Weiterfahrt zum Gipfel, mache Pause und geniesse die tolle Aussicht oberhalb der Baumgrenze. 

Die Aussicht vom Gipfel ist nicht so toll und Paul kommt etwas enttäuscht wieder zurück. Gemeinsam fahren wir auf teilweise einfachen Forststrassen durch einen mächtigen Kiefernwald zurück zum Auto. 

Es ist etwas spät geworden und wir fahren zügig zum Camping Acquaviva am Lac de Calacuccia. Die Reception befindet sich bei der Tankstelle an der Hauptstrasse, der Platz ist gleich neben dem Friedhof. Es gibt wunderschöne Stellplätze mit Sicht auf den See, leider sind die Sanitäranlagen sowie der ganze Platz sehr ungepflegt, aber für eine Nacht ok. In der Nacht wird es kühl und wir lassen die Heizung etwas laufen, dafür schlafen wir gut. 

Am Morgen fahren wir wieder ein Stück zurück um in die Tour 28 einzusteigen. Die Durchfahrt durch Casamaccioli ist wegen des Dorffestes gesperrt. Wir schieben die Velos über den Markt und kaufen einige Leckereien zum Mittagessen ein. Die Route geht am See entlang bis zur Staumauer. Auf einer guten Piste gewinnen wir schnell an Höhe. 

Nach der Mittagspause verzichte ich wie gestern auf die letzten 4 km und 4 Serpentinen auf den Croce Pass. Ich geniesse lieber die Sonne. Die nun folgende ca. 20 km lange Abfahrt ist ein ständiges auf und ab, aber macht richtig Spass. Kurz vor erreichen der Teerstrasse trennen sich unsere Wege. Paul fährt den Single Trail und ich folge weiter der Piste, beim Kiosk des Seilparks treffen wir uns wieder. Gemeinsam düsen wir die Passstrasse hinunter zum Auto. 

Danach fahren wir zum Camping de Tuani im Restonicatal. Der Platz ist unter Bäumen direkt am Bach und sehr einfach aber sauber. Hier stehen vor allem kleine Camper und ausgebaute Van's. Wir werden von einigen wegen unserem Ausbau angesprochen und es entwickeln sich interessante Gespräche. Am nächsten Morgen fahren wir noch bis ans Ende des Tals. Da heute Sonntag ist sind auch viele Korsen unterwegs. Wir drehen um und fahren weiter nach Porto Pollo auf den etwas ausserhalb liegenden Camping Cyrnos. Paul fährt mit dem Velo ins Dorf zum Einkaufen und ich verbringe den Nachmittag mit Lesen am wunderschönen Strand. Am Abend weht ein heftiger Wind der immer wieder dreht, schwierig zum Kochen und sehr unangenehm beim Essen. Wir fahren mit den Velos die 4 km zum Nachtessen nach Porto Pollo und geniessen von der Terrasse des Restaurant Les Sables Dores das feine Essen und den Blick aufs Meer. 

Am Morgen starten wir unsere Tour an den Plage de Cupabia. In Porto Pollo folgen wir zuerst dem Wegweiser Panorama du Port den Hügel hinauf und weiter auf einer Piste der Küstenlinie entlang. Unterwegs sehen wir immer wieder schöne kleine Buchten bevor wir den langen Sandstrand erreichen. Letztes Mal waren wir hier auf dem Campingplatz, leider ist der Platz immer noch sehr teuer im Verhältnis zu den miesen Sanitäranlagen. Zu unserem bedauern hat der super gute Bäcker heute auch geschlossenen, da habe ich mich zu früh auf eine feine Quiches gefreut. 

Nach einer etwas längeren Pause mit baden im Meer und Glace essen an der Strandbar machen wir uns auf den Rückweg. Leider ist die Piste durch ein abgeschlossenes Tor gesperrt und wir müssen auf der Asphaltstrasse nach Serra-di-Ferro fahren. Unterwegs haben wir immer wieder eine tolle Sicht hinunter zum Strand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir folgen einem schönen Single Trail den Berg hoch bis wir den höchsten Punkt der Tour erreichen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Aussicht Richtung Propriano und hinunter

zum Strand ist toll und entschädigt für den steilen Aufstieg.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer findet unser Auto auf dem Campingplatz? 

 

 

 

 

Nach einem letzten Blick zurück machen wir uns auf den Weg hinunter nach Porto Pollo. Der Single Trail ist sehr zugewachsen. Wir kämpfen uns durchs Dornengestrüpp und verlieren immer wieder die Spur. Es ist sehr mühsam doch irgendwann erreichen wir wieder eine breitere Piste und kurze Zeit später die ersten Häuser von Porto Pollo. 


Nach einem windstillen Abend packen wir am morgen zusammen und fahren weiter. Der Einstieg zur Tour 18 ist leicht zu finden und auch einen geeigneten Parkplatz finden wir ein paar Meter später. Auf einer guten breiten Piste geht es hinunter zur Cala di Conca. Die Fahrt wird immer wieder unterbrochen durch  Gatter welche geöffnet und wieder geschlossen werden müssen. Leider ist der linke Weg gesperrt und es wird nichts mit der Rundtour, dann fahren wir halt den selben Weg zurück. Das letzte Stück ist sehr schmal mit hohen Steinstufen. Hoffentlich bringe ich das Bike da wieder hoch. Ausser uns sind noch ein paar Wanderer am Strand, einige Boote ankern in der Bucht und auch ein Ultraleichtflugzeug dreht seine Runden. Paul sucht noch einen anderen Weg vom Strand zurück zur Piste, leider ohne Erfolg. Gemeinsam schaffen wir es aber die Velos die Stufen hinauf zu stossen. Kurz bevor wir das Auto erreichen bemerkt Paul einen Plattfuss am Vorderrad. Er beschließt erstmal den Reifen aufzupumpen. Wir fahren nach Porto Vecchio auf den Campingplatz und verbringen den nächsten Tag mit faulenzen, baden, Schlauch flicken und gutem Essen. 

Heute packen wir zusammen und fahren auf der D 59 Richtung Col de Bacinu. Beim Abzweig zu der Bergeries de Bitalza gibt es leider keine gute Möglichkeit unser Auto zu parkieren. Also fahren wir ein gutes Stück auf dem Forstweg hinauf, guter Trick um Höhenmeter einzusparen, aber der Parkplatz ist super. Die Piste ist steil und stellenweise sehr Steinig. Nach etwa 8 km und 400 Höhenmetern erreichen wir die kleine Kapelle Saint Vincent de Paul an einer Kreuzung mitten im Wald. Hier machen wir erstmal eine kurze Verschnaufspause. 

Nach einer kurzen steilen Rampe erreichen wir die schön restaurieren Steinhütten von Bitalza. Von hier führen mehrere kleine Wege zwischen den Häusern hinunter bis zur Weidefläche. Am Waldrand machen wir erstmal Mittagspause. Danach fahren wir auf einer guten Piste bis zu einem Forstweg. 

Der hier beginnende Single Trail führt auf der anderen Bergseite hinab und ist ein Rundkurs. Das wird mir zuviel und ich fahre auf der Forststrasse zurück zur Kreuzung mit der Kapelle und warte da auf Paul. Unterwegs geniesse ich die tolle Aussicht. 


Nach den Erzählungen von Paul bin ich froh auf diesen Streckenabschnitt verzichtet zu haben. Der Single Trail hatte es in sich und auch die Piste wieder den Berg hinauf war nicht einfach. Lustigerweise hat Paul an der selben Stelle wie ich die Aussicht genommen, gemeinsam mit einer Eidechse. 

Die Rückfahrt hinunter zum Auto macht wieder richtig Spass. In der Nähe hat es einen super schönen Campingplatz. Wir geniessen die letzten Sonnenstrahlen am Pool. 

Heute machen wir eine kleine Wanderung durch die Schlucht mit den vielen Badegumpen. Manchmal ist es eher über Steine kraxeln als laufen, aber wunderschön. An einer etwas sandigen Stelle machen wir eine lange Mittagspause. Am späteren Nachmittag geniessen wir an der Poolbar ein feines Glace. Morgen heisst es Abschied nehmen, am Abend erwartet uns die Fähre in Bastia, doch heute geniessen wir nochmals diesen schönen Platz. 

Bevor wir entgültig nach Bastia fahren machen wir noch einen Abstecher ins Asco Tal zu einer letzten Bike Tour auf der Insel. Wir parkieren das Auto an der D 47 und fahren auf einer Schotterstrasse Richtung Bocca a Croce. Nun folgen wir der Passstrasse bis Pocolasca, bis hierhin ist es sehr einfach und landschaftlich sehr schön, leider haben wir die Kamera im Auto vergessen. Auf einer teilweise sehr schlechten Piste geht es wieder hinunter zur D 47 und Paul erwischt den zweiten Plattfuss dieser Reise. Bei einer hübschen kleinen Bar gönnen wir uns ein letztes Glace und cruisen zurück zum Auto. Nach einem letzten Einkauf und einem Espresso beim Hafen geht es auf die Fähre. Die Überfahrt ist ruhig und wir sind bei den ersten die vom Schiff fahren. Es hat sehr wenig Verkehr und kurz nach dem Mittag sind wir zuhause. 

Fazit der Reise

Wir waren das erste Mal im September in Korsika und es war ganz toll. Es hat nicht mehr soviel Touristen, aber die meisten Campingplätze und Restaurants sind noch geöffnet. Das Wetter war genial und man konnte noch im Meer baden, sogar ich war im Wasser. Der Kauf des Bike Guide hat sich gelohnt und es macht richtig Spass auf zwei Rädern. Bis zum nächsten Mal. 

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