Korsika 2022

Am Samstag 27.August holt mich Paul um 12.00 Uhr von der Arbeit ab und es geht endlich los in den Süden. Da wir keine Lust auf Stau haben fahren wir über den Gotthardpass, oben ist es neblig und es regnet leicht. In der Leventina wird es aber wieder schnell besser. Kurz vor Mailand machen wir eine Kaffeepause und um 17.00 Uhr sind wir in Serravalle im Hotel.

Jedesmal wenn wir Richtung Genua gefahren sind und die Werbung vom Marken Outlet in Serravalle gesehen haben wollten wir dahin, aber wir hatten nie Zeit da wir auf die Fähre mussten. Nun ist es also endlich soweit. Das Outlet ist im Stil eines Italienischen Dorfes aufgebaut und sehr schön gemacht. Das Ergebnis der kurzen Shopping Tour seht ihr unten. Danach haben wir in einer Osteria sehr fein gegessen.

Nach einer ruhigen Nacht und einem sehr feinen Frühstück fuhren wir nach Genua. Im Hafen wurden wir von Zoll raus genommen, Gott sei dank wollten sie nur die Papiere sehen und nicht die Ladung kontrollieren. Um die Heckklappe zu öffnen müssen zuerst die Fahrräder runter und darauf hatten wir keine Lust. Danach ging alles ganz schnell und schon waren wir auf der Fähre. Die Überfahrt war erwartungsgemäss langweilig und das Schiff hat auch nicht viel zu bieten. Kein Pool, keine Liegestühle, natürlich auch keine Poolbar, keinen geöffneten Shop und das Essen ist nur teuer. Zum Glück haben wir für die Rückfahrt eine Nachtfähre mit Kabine gebucht. Immerhin sind wir pünktlich in Bastia und kurze Zeit später im Hotel. Nach unserem ersten Cap Corse und einem leckeren Nachtessen ist dieser lange Tag vorbei.

Nach einer ruhigen Nacht und einem mittelmässigen Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Süden. In Solenzara fahren wir an den Strand. Hier gefällt es uns richtig gut und wir machen eine etwas längere Pause. Es ist heute sehr warm und wir geniessen das Baden im Meer.

Kurz vor Porto Vecchio erledigen wir noch den Grosseinkauf im Casino Supermarkt und dann fahren wir zum Campingplatz. Wir erwischen einen wunderschönen Stellplatz unter den Bäumen im Schatten und nicht weit zum Meer, einfach genial. Den nächsten Tag verbringen wir, im oder auf dem Wasser, mit faulenzen und den Camping erkunden. Das Internet ist auf dem Campingplatz eher mässig, manchmal hat man Netz aber meistens nicht. Doch das stört nicht wirklich.

Heute starten wir zur einer kleinen Bike Runde. Vom Camping führt ein schmaler Pfad zum nächsten Sandstrand. Der erste Kilometer ist gut fahrbar doch auf den restlichen eineinhalb Kilometern ist vorallem schieben angesagt, immerhin müssen wir die Velo's nirgends tragen. Der Tahiti Beach ist wunderschön und wir machen eine etwas längere Pause.

Nun folgen wir einem breiten, aber teilweise sehr steilen Fahrweg. Oben angekommen geniessen wir noch einmal die Aussicht hinunter an den Strand und zum langen Sandstrand von Polombaggia, unserem nächsten Ziel. Kurze Zeit später sind wir auf der Teerstrasse und bald darauf folgen wir den Wegweisern zum Strand. Hier hat es einige gebürenpflichtige grosse Parkplätze und dem entsprechend ist hier auch viel los. Mir macht das schwülwarme Wetter sehr zu schaffen und auch der starke Wind macht es nicht besser. Nach einem kalten Drink machen wir uns auf den Rückweg, diesmal aber auf ganz normalen Strassen. Gegen Abend verschlechtert sich das Wetter und es regnet leicht, dafür ist es nicht mehr so heiss.

Heute haben wir den ganzen Tag einfach nichts gemacht, einfach erholt und die tolle Atmosphäre genossen. In der Snack Bar oben auf dem Hügel gibt es jeden Abend ein wechselndes Menu. Heute ist es Seehecht mit Kartoffelstock und Gemüse. Also mittags schnell reserviert, den die wenigen Tische sind sehr begehrt. Und was soll ich sagen, das Essen war sehr sehr lecker. Auch das Tiramisu und der Espresso waren super. Das war ein richtig schöner Tagesabschluss.

In den letzten Tagen ist es richtig heiss geworden und die kurzen Gewitter bringen auch keine Abkühlung, wir schlafen sogar mit geöffneten Autotüren. Also verlassen wir diesen tollen Campingplatz am Meer und fahren in die Berge. Wir wollen die Kammtour aus dem Mdmot Offroad Führer fahren, leider steht am Einstieg ein Fahrverbot. Also wieder zurück und auf der ganz normalen Strasse nach L'Ospedale. Bei einem schönen Aussichtspunkt und Picknickplatz machen wir Mittagspause. Leider ist es etwas dunstig sonst würde man am Horizont Sardinien sehen.

Vorbei am Stausee und mit Blick in die Berge erreichen wir schon bald Zonza und den kleinen Campingplatz La Riviere. Wir finden einen schönen Stellplatz und machen uns auf die Suche nach dem Fluss mit den Badepools. Also diese Wasser Temperatur ist definitiv nichts für mich. Auch am Abend wird es ziemlich kühl und wir brauchen das erste mal einen Pulli und lange Hosen und auch die Heizung läuft in der Nacht.

So, heute ist mal wieder eine Velotour angesagt. Zuerst geht es die 2,5 km hinauf nach Zonza und dann in einem ständigen auf und ab auf einfachen Forststrassen zur Bocca di Pelza. Nun folgen wir etwa 2 km der D368 bevor wir auf einen sandigen Forstweg abbiegen. Diesem folgen wir für die nächsten 8 km. Meistens ist der Weg gut fahrbar, teilweise aber hat es viele tiefe Furchen und grobe Steine. Wir geniessen immer wieder die tollen Aussichten. Schon bald treffen wir auf die Signalisation des Bavella Bike Park, die Trails sehen ziemlich schwierig aus.

Nachdem wir die Bavella Passstrasse überquert haben geht es sehr steil hinunter. Unterwegs treffen wir auf Töfffahrer welche sich eine Pause gönnen. Auch für uns geht es nun wieder steil nach oben. Einmal muss ich das Bike den letzten Meter schieben, ich konnte einfach nicht mehr treten, so steil war es. Nach dieser Anstrengung mussten wir erstmal etwas Essen. Ein paar Kilometer weiter kamen wir zu einem wunderschönen Badegumpen, brrr war das Wasser kalt. Noch ein letztes Stück steil hinauf und wir sind am Wendepunkt in diesem schönen Tal angekommen. Mit den Bavella Nadeln im Rücken geht es auf einer staubigen Piste hinunter nach Prugna. Paul fährt noch die Schlaufe über Quenza, ich fahre direkt zurück zum Campingplatz. Das war eine richtig schöne aber auch anstrengende Tour. Danach fährt Paul nochmals hoch nach Zonza zum Einkaufen und bringt ein feines Glace mit, mhhh einfach lecker.

 

Heute lassen wir es ruhig angehen und fahren mit den Velo's zum Mittagessen nach Zonza. Wir bekommen einen schönen Tisch auf der Terrasse der Auberge du Sanglier und bestellen das Menü und zwei Gläser Rose. Die Wildschwein Terrine von Paul und der gemischte Aufschrift Teller von mir zur Vorspeise sind schon mal lecker. Danach gibt es Wildschwein Ragout mit Nudeln oder Cannelloni mit Broccoli Füllung und zum Dessert Nougat Glace mit Nüssen oder Apfelkuchen. Alles schmeckte super gut und wir waren Pappsatt. Nun machten wir noch einen Spaziergang durch Zonza. Im kleinen aber gut sortierten Spar kauften wir noch leckere Sachen ein bevor es zurück zum Camping ging. Zum Nachtessen gab es dann nicht mehr viel.

Heute haben wir unsere sieben Sachen zusammen gepackt. Da das Bäckerauto heute Morgen nicht kam, haben wir in Zonza einen Kaffee getrunken. Danach ging es hinauf zum Col de Bavella. Eigentlich wollten wir oben eine Pause machen, aber da waren so viele Leute und die Parkplätze waren auch besetzt, also nichts wie weg.

 Wir sind dann hinunter an den Strand von Solenzara, da waren wir am ersten Tag auch schon. Irgendwie gefällt es uns richtig gut hier und auch der Campingplatz sieht von weitem gut aus. Wir beschliessen spontan hinzufahren und finden einen schönen Stellplatz. Nachdem alles aufgebaut ist packen wir unsere SUP's und gehen zum Fluss. Ein paar Meter weiter mündet der Fluss im Meer und wir paddeln dem Strand entlang. Bevor wir uns auf den Rückweg machen geniessen wir noch ein feines Glace. 

Das Wetter ist nicht so toll und wir wagen eine Bike Tour. Die ersten Kilometer auf Teer bringen wir schnell hinter uns und dann geht es über eine Brücke hinauf nach Lustinchellu. Nach dem Dorf biegen wir ab auf einen steilen, steinigen und ausgewaschenen Weg. Wir kommen ganz schön ins schwitzen und haben keine Zeit fürs Bilder schiessen. Erst die letzten Kilometer vor dem Torre di San Ghjuvanni werden wieder einfacher. Noch die letzten Höhenmeter bis nach Solara und es ist geschafft. Mittlerweile ist es richtig schwül geworden.

 

 

Nun folgen wir einem etwas einfacheren Weg der aber auch einige Überraschungen bereit hält. Vor allem geht es doch noch einige Meter hoch. Doch die tolle Aussicht in die Berge und hinunter nach Solenzara machen die Strapazen wett.

Zunächst folgen wir einer Kammstrasse mit sehr steilen und ausgewaschenen Rinnen. Die Aussicht hinunter ist auch hier wieder ganz toll. Nach einem kleinen Hof wird die Strecke wieder besser und schon bald sind wir zurück auf dem Campingplatz. Nach einem Bad im Meer fahren wir noch zum Shoppen nach Solenzara.

Nach der gestrigen anstrengenden  Bike Tour ist heute paddeln angesagt. Mit den SUP's geht es den Fluss hoch. Nach kurzer Zeit müssen wir die Bretter über einen schmalen Steindamm tragen. Nach einigen hundert Metern ist nochmals tragen angesagt, nachher kommt ein wunderschönes Stück bis es nach insgesamt 1,5 km nicht mehr weiter geht. Nur noch trockene Steinwüste. Nach einer Pause paddeln wir zurück.

Am Abend laufen wir am Strand entlang zum Hafen von Solenzara. Das Wasser ist am steigen als wir den Fluss durchqueren. Kommen wir da wieder durch auf dem Rückweg? Doch zuerst geht es lecker zum Essen beim Vietnamesen. Die Vorspeise ist sehr fein, leider ohne Bild. Paul bestellt Ente mit Gemüse und ich Poulet Curry mit Reis, zum Dessert gibt es frittierte Bananen mit Vanilleglace. Alles schmeckte super lecker. Mit der Taschenlampe machen wir uns auf den Rückweg. Mittlerweile ist der Fluss etwa 5 Meter breit und das Wasser geht Paul etwas über die Knie. Also Schuhe aus, Rock hoch und durchwaten.

Heute starten wir unsere letzte Tour in Korsika. Zuerst fahren wir hinauf nach Sari. Die gut 400 Höhenmeter auf einer guten Teerstrasse sind recht locker zu fahren. Auch die letzten 2km auf der Schotterstrasse bis zur Monastere de Bethleem sind einfach. Leider können wir nur die Kirche besichtigen. Die ganze Klosteranlage ist grossräumig abgesperrt und im Wald. Die  Aussicht ist aber toll hier oben.

Nun folgt eine etwa 10 km lange Abfahrt. Der Forstweg ist in einem passablen Zustand mit einigen technischen Schwierigkeiten. Wir halten immer wieder an und geniessen die tolle Aussicht hinunter ans Meer oder hinauf zur Bavella Gruppe.

Unten angekommen fahren wir zum Canella Strand. Hier gibt es sogar einen kleinen Campingplatz und ein schönes Restaurant. Wir überlegen nicht lange und bestellen uns Saltimbocca mit Risotto, so fein. Nach einer Abkühlung im Meer und einem längeren Gespräch mit einem Patrolfahrer fahren wir auf der Hauptstrasse zurück.

Es ist immer noch sehr warm. Wir packen die Bretter und paddeln vom Fluss ins Meer. Jetzt ist der Wasserstand wieder niedrig und wir müssen das Brett kurz tragen. Wir geniessen es nochmals so richtig auf dem Meer das letzte mal in diesem Jahr. Da wir unterwegs nirgends ein Bänkli Foto machen konnten nehmen wir halt unsere Board's und schiessen ein Abschiedsbild auf dem Fluss.

Heute heisst es das letzte mal zusammen packen. Gegen Mittag fahren wir los. Nach einem Zwischenstopp in einem Supermarkt fahren wir an den Strand von Tagliu Isolacciu. Ich habe im Internet ein schönes Restaurant direkt am Strand gefunden. Wir bekommen einen tollen Tisch und das Essen ist wieder einmal sehr lecker. Danach baden wir nochmals im Meer und Paul lässt den Drachen steigen. Gegen fünf gibt es im Restaurant L'Albore Paillot noch einen Kaffee und ein leckeres Glace.

 

Auf dem Weg nach Bastia füllen wir noch den Tank mit günstigem Diesel und waschen das Auto. Am Hafen müssen wir natürlich erstmal warten, die Fähre ist noch gar nicht da. Doch pünktlich um 21.00 Uhr geht es los. Nach einer kurzen Nacht fahren wir im dunkeln an schönen Yachten und Kreuzfahrtschiffen vorbei in den Hafen.

Die Heimfahrt verläuft ohne Zwischenfälle, mit zwei kurzen Staus bei Mailand und vor dem Gotthardtunnel. Ein feines Thai Curry in der Raststätte Erstfeld rundet diesen wunderschönen Urlaub perfekt ab.